Vorstellung

Das folgende Video gibt einen Überblick über die Themen, die Personen und die Arbeitsweise des NRW Fortschrittskollegs Online-Partizipation.

 

Bürgerbeteiligung als Herausforderung und Chance

Die umfassende und direkte Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern an für sie relevanten politischen und administrativen Entscheidungen stellt eine zentrale Herausforderung für eine Demokratie dar. Die Konflikte um „Stuttgart 21“ und das Scheitern der Schulreform in Hamburg im Jahr 2010 sind zwei besonders bekannte Beispiele für die Forderung von Bürgern nach einer stärkeren Partizipation. Neben diesen prominenten Beispielen existiert eine Vielzahl von weiteren kontroversen Entscheidungen, insbesondere auf der lokalen und kommunalen Ebene, die auf Unverständnis und Widerstand in der Bevölkerung treffen. Dies zeigt, dass demokratische Repräsentation alleine nicht immer ausreichend für eine nachhaltige Weiterentwicklung unserer Gesellschaft ist und dass Betroffene häufig aktiv eine weitergehende und frühzeitige Beteiligung einfordern, die über regelmäßige Wahlen hinausgeht.

Das Internet bietet die Möglichkeit, eine solche Teilhabe in Form von Online-Partizipation zu realisieren. Trotz ihrer erheblichen Potentiale wird diese Form der Partizipation nur punktuell in der Praxis eingesetzt. Darüber hinaus führt Online-Partizipation – dort wo sie bereits in der Praxis eingesetzt wird – bisher nur zum Teil zu den erhofften Ergebnissen.

Leitende Fragestellung

Im NRW Fortschrittskolleg Online-Partizipation forschen angehende und erfahrene Wissenschafterinnen und Wissenschaftler, um die Eigenschaften von Online-Partizipation besser zu verstehen und ihr Potential zielgerichtet zu erschließen. Dabei konzentriert sich das Fortschrittskolleg auf den besonders vielversprechenden Einsatz im kommunalen Bereich und stellt folgenden leitende Fragestellung in den Mittelpunkt seiner Forschung: „Wie und unter welchen Bedingungen kann das Potential von Online-Partizipation auf kommunaler Ebene systematisch entwickelt, praktisch genutzt und wissenschaftlich evaluiert werden?“

Das Fortschrittskolleg wird bei der Beantwortung der leitenden Fragestellung drei zentrale Ziele verfolgen:

  1. Die Entwicklung eines interdisziplinären wissenschaftlichen Fundaments für Online-Partizipation.
  2. Die Ausbildung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler auf strukturierte Weise, so dass sie Online-Partizipation in einem inter- und transdisziplinären Team in allen relevanten Aspekten wissenschaftlich analysieren und in der Praxis umsetzen und gestalten können.
  3. Die schrittweise Vernetzung zwischen den Praxisakteuren von Online-Partizipationsprojekten, Anbietern für Online-Partizipationslösungen und Wissenschaftlern.

Besondere Merkmale

Drei Besonderheiten zeichnen die Arbeit des Fortschrittskolleg Online-Partizipation aus:

  1. Interdisziplinäre Forschung: Im Fortschrittskolleg kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Fachbereichen Betriebswirtschaft, Informatik, Kommunikationswissenschaft, Politikwissenschaft, Recht und Soziologie. Auch die Betreuung der Doktorandinnen und Doktoranden erfolgt durch interdisziplinäre Teams.
  2. Transdisziplinäre Forschung: Die relevanten, von den Problemstellungen betroffenen Akteure aus Wirtschaft und Gesellschaft werden als Träger praktischen Wissens von Beginn an aktiv in den Forschungsprozess des Projektes mit einbezogen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden eng mit Praxispartnern zusammenarbeiten, um relevante Problemstellungen zu identifizieren und zu lösen.
  3. Kooperation zwischen Universität und Fachhochschule: Im Rahmen des Fortschrittskollegs wird eine enge Zusammenarbeit der Fachhochschule für Öffentliche Verwaltung in NRW und der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf stattfinden. Dies umfasst insbesondere die gemeinsame Ausbildung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern.

Das Fortschrittskolleg wird vom Land Nordrhein-Westfalen als eines von mittlerweile zwölf Projekten im Rahmen der Forschungsstrategie Fortschritt NRW mit rund 2,5 Millionen Euro gefördert. Die Laufzeit des Fortschrittskollegs beträgt zunächst 4,5 Jahre bis Ende 2018. Im Falle einer positiven Gesamtevaluation des Kollegs kann im Anschluss daran eine zweite Kohorte von Doktorandinnen und Doktoranden ihre Forschung aufnehmen und bis zum Sommer 2021 abschließen.

Eine umfassende Beschreibung des Vorhabens finden Sie im Antrag für das Fortschrittskolleg sowie in der Satzung.